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Bitcoins bullische Marktsignale hielten nach dem 6,3-Milliarden-Dollar-Hack bei Binance stand

Gestern, 10:12
Bitcoins bullische Marktsignale hielten nach dem 6,3-Milliarden-Dollar-Hack bei Binance stand

Wichtige Punkte

  • Bitcoin schloss die Hack-Woche mit einem Minus von 2,9 % und blieb über seinem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt.
  • Im Oktober führten Abflüsse in Höhe von 643,33 Millionen US-Dollar aus Bitcoin-Spot-ETFs dazu, dass die Woche mit einem Minus von rund 202 Millionen US-Dollar endete. Die durchschnittliche Kostenbasis der ETF-Anleger lag bei etwa 82.308 US-Dollar.
  • Bitcoins November-Bilanz in Jahren mit Midterm-Wahlen ist durchwachsen. Die Kostenbasis von 82.308 US-Dollar und der Widerstand bei 87.500 US-Dollar sind wichtige Marken.

Bitcoins Trendindikatoren blieben nach dem Binance-Hack stabil

Binance gab am 29. Oktober einen Hack bekannt, bei dem über 10 Blockchains hinweg rund 6,3 Milliarden US-Dollar abflossen. Damit war es laut den vorliegenden Angaben der größte Krypto-Hack aller Zeiten. Das Ausmaß des Vorfalls rückte die Reaktion des Bitcoin-Markts in den Fokus. Der Wochenschluss zeigte jedoch einen vergleichsweise moderaten Rückgang: Bitcoin beendete die Woche 2,9 % im Minus – eine Bewegung, die für sich genommen die übergeordneten positiven Signale im Chart nicht zunichtemachte.

Der wöchentliche Rückgang entsprach laut den von Analyst Willy Woo angeführten Zahlen dem Minus von 3 % bei Gold im selben Zeitraum. Dieser Vergleich liefert Kontext für die unmittelbare Marktreaktion, beweist aber nicht, dass der Hack keine Auswirkungen hatte. 2022 fiel der Zusammenbruch von FTX damit zusammen, dass Bitcoin in einem Bärenmarkt 25 % verlor. In der Woche nach dem Angriff auf Binance kam es nicht zu einem ähnlich starken Rückgang.

Binance sagte zu, sämtliche Verluste zu decken, und begann am 1. November mit schrittweisen Auszahlungen. Die Quelle führt jedoch weder den endgültigen Ausgang noch die vollständigen Auswirkungen auf Nutzer und Märkte aus. Ash Cryptos Einschätzung, dass es während eines Bitcoin-Bullenmarkts zu einem Rückgang von 20 % kommen kann, liefert einen weiteren Vergleich: Der Verlust in der Woche des Hacks war weitaus geringer. Diese Beobachtungen sprechen für eine widerstandsfähige Interpretation des Charts, belegen aber nicht, dass die Risiken vorüber sind.

Ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall, aber ein begrenzter Wochenrückgang

Ein zweites Signal ist Bitcoins Serie von sieben wöchentlichen Schlusskursen in Folge über seinem gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt. Die Serie folgte auf die Rückeroberung dieses Niveaus im September, nachdem Bitcoin zuvor 45 Wochen darunter gelegen hatte. Der jüngste Schlusskurs setzte somit einen sich entwickelnden Trend fort, statt eine einzelne, isolierte Bewegung zu markieren. Ob die Linie weiterhin hält, ist ein praktischer Prüfstein für die bullische Interpretation.

Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy, hatte die Rückeroberung im September mit Tiefpunkten früherer Zyklen in Verbindung gebracht. Seinen Worten zufolge war die Rückkehr über den 50-Wochen-Durchschnitt historisch eine starke Bestätigung dafür, dass die Tiefstände des Bärenmarkts erreicht waren. Dieses historische Muster dient Analysten als Grundlage für die Einordnung des aktuellen Charts, ist aber keine Garantie dafür, was als Nächstes passiert. Die verfügbaren Informationen belegen weder, dass sich frühere Zyklen wiederholen, noch, dass Bitcoin nicht wieder unter den Durchschnitt fallen kann.

Zum Zeitpunkt der gemeldeten Marktdaten wurde Bitcoin bei 78.307 $ gehandelt, ein Plus von 0,65 % innerhalb von 24 Stunden. Der gleitende 50-Wochen-Durchschnitt lag bei etwa 75.602 $, sodass der Kurs rund 3,6 % darüber lag. Dieser Abstand zeigt, dass der Kurs weiterhin über dem Indikator lag, zugleich aber nah genug an diesem Niveau, um es relevant zu halten. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme und kein späteres Marktupdate.

Längerfristige Indikatoren blieben oberhalb wichtiger Schwellenwerte

Die monatliche Entwicklung macht das Bild komplexer. Bitcoin legte im Juli, August und September zusammen um etwa 43 % zu, laut Daten von Coinglass, beendete den Oktober dann aber mit einem Minus von 7,32 %. Damit verzeichnete Bitcoin erstmals seit Juni wieder einen Verlust auf Monatssicht. Der Rückgang unterbrach eine Gewinnserie, drückte den 14-Monats-RSI in der zitierten Analyse jedoch nicht unter 50. Der Richtungswechsel und der weiterhin positive Momentum-Wert weisen auf unterschiedliche Bereiche desselben Charts hin.

Der 14-Monats-RSI lag laut dem Chart des Analysten PlanB drei Monate in Folge über 50. Der RSI misst die Dynamik auf einer Skala von null bis 100; Werte über 50 zeigen an, dass die Kursgewinne im gemessenen Zeitraum die Verluste überwogen. PlanB deutet diese Serie als Beginn eines neuen Bullenmarkts. Das ist die Interpretation eines Analysten und keine unabhängig bestätigte Marktphase; ein einzelner Verlustmonat entscheidet die Frage nicht.

Zusammengenommen zeigen der Wochendurchschnitt und der Monats-RSI, warum manche Analysten den Rückgang während der Hack-Woche als Belastungstest sehen, den Bitcoins Trend standgehalten hat. Sie messen jedoch weder die Positionen aller Marktteilnehmer noch die künftige Entwicklung. Der Verlust im Oktober bleibt ein Bruch mit dem vorherigen dreimonatigen Anstieg, während der RSI eine träge reagierende Perspektive bietet. Die Indikatoren sprechen für eine gewisse Widerstandsfähigkeit, schließen eine weitere Schwächephase aber nicht aus.

ETF-Abflüsse und die Wahlhistorie lassen die nächste Bewährungsprobe offen

Die Zuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs lieferten ein weniger beruhigendes Signal. Am 30. Oktober, der ersten vollständigen Handelssitzung nach dem Hack, verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs Abflüsse in Höhe von 643,33 Millionen US-Dollar. Damit wurden die Zuflüsse von vier Tagen zunichtegemacht; die Woche endete mit einem Minus von rund 202 Millionen US-Dollar. Die Zahlen weisen für den Zeitraum auf Nettoabflüsse hin, obwohl Bitcoins Wochenrückgang begrenzt blieb. Sie zeigen, dass Kursentwicklung und Fondsflüsse nicht dieselbe Geschichte erzählten.

Daten von Glassnode zufolge lag die durchschnittliche Kostenbasis der Anleger in US-Spot-ETFs bei etwa 82.308 US-Dollar und damit über dem gemeldeten Bitcoin-Kurs von 78.307 US-Dollar. Der Marktpreis lag somit rund 4,9 % unter diesem Durchschnitt, wodurch der typische, durch diese Kennzahl erfasste Anleger im Minus war. Unabhängig davon lag Bitcoin laut Coinglass weiterhin 10,4 % unter seinem Stand vom 1. Januar. Ein Anstieg über 82.308 US-Dollar würde den durchschnittlichen ETF-Anleger auf dieser Vergleichsbasis wieder in die Gewinnzone bringen; eine solche Erholung war jedoch nicht garantiert.

Die US-Zwischenwahlen am 3. November sind ein Kalendereintrag, aber keine verlässliche Prognose. Bitcoin schloss den November in 10 von 16 Jahren höher, mit einem Medianzuwachs von 10,3 Prozent. Bei den Zwischenwahljahren war das Ergebnis jedoch ausgeglichen: zwei Jahre mit Kursgewinnen und zwei mit Verlusten. In den Verlustjahren 2018 und 2022 ging es während Bärenmärkten um 36,41 beziehungsweise 16,23 Prozent nach unten. Ein Wochenschluss über dem 50-Wochen-Durchschnitt und dem von Ash Crypto markierten Widerstand bei 87.500 US-Dollar zählen zu den nächsten Chartmarken, deren Entwicklung ungewiss bleibt.

Quelle: BeInCrypto