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Grok-gestützte Stilometrie findet kaum Anhaltspunkte für die Musk-Satoshi-Theorie

Heute, 06:12
Grok-gestützte Stilometrie findet kaum Anhaltspunkte für die Musk-Satoshi-Theorie

Wichtige Punkte

  • Musks Schreibweise unterschied sich von Satoshis in Bezug auf Abstände, Rechtschreibung und den Gebrauch von Funktionswörtern.
  • Das Repository ordnete Satoshi-Textproben in 27 von 30 Tests korrekt zu.
  • Der Autor bezeichnet das Projekt als Hobbyprojekt und sagt, es könne Satoshis Identität weder beweisen noch widerlegen.

Was die GitHub-Analyse untersuchen sollte

Ein neues Open-Source-Projekt auf GitHub hat die seit Langem kursierende Behauptung untersucht, Elon Musk habe Bitcoin unter dem Namen Satoshi Nakamoto geschaffen. Der Forschende kombinierte Grok, den Chatbot von Musks Unternehmen xAI, mit stilometrischen Verfahren: statistischen Vergleichen von Schreibgewohnheiten wie Rechtschreibung, Zeichensetzung und dem Gebrauch häufiger Wörter. Das Projekt prüft, ob Musks Schreibweise der von Satoshi ähnelt; es enthüllt weder eine bestätigte Identität noch belegt es, wer die ursprünglichen Bitcoin-Texte verfasst hat.

Die Musk-Theorie kursiert seit Jahren. Der Quelle zufolge erhob 2017 ein ehemaliger SpaceX-Praktikant eine entsprechende Behauptung. Musk hat wiederholt bestritten, der Schöpfer von Bitcoin zu sein. In einem Beitrag aus dem Jahr 2017 sagte er, ein Freund habe ihm einige Bitcoins geschickt, er wisse aber nicht, wo diese seien. Der neue Vergleich untersucht daher eine öffentliche Theorie anhand von Textproben, statt eine neue Behauptung Musks oder Belege dafür zu präsentieren, dass er eine solche aufgestellt hat.

Die Stilometrie kann Muster vergleichen, die weniger offensichtlich sind als das Thema, darunter bevorzugte Schreibweisen, Zeichensetzung und die Häufigkeit von Funktionswörtern. Hier untersuchte der Forscher drei Merkmale, die in Argumentationen über Musk und Satoshi häufig angeführt werden: Leerzeichen nach Punkten, die Verwendung britischer Schreibweisen und Ähnlichkeiten bei Mustern häufiger Wörter. Die Ergebnisse des Projekts stellen diese konkreten stilistischen Argumente infrage, doch die Methode vergleicht verfügbare Texte und kann nicht unabhängig davon feststellen, wer hinter dem Namen Satoshi steckt.

Drei Schreibgewohnheiten sprechen gegen Musk

Der deutlichste Kontrast in den berichteten Ergebnissen betrifft die Abstände nach Punkten. Satoshi verwendete in 95,3 % der untersuchten Fälle zwei Leerzeichen nach Punkten, während sich in Musks unbearbeiteten X-Beiträgen kein einziges Beispiel für diese Gewohnheit fand. Auf den ersten Blick spricht dieser Unterschied gegen eine Übereinstimmung bei diesem Merkmal. Der Bericht weist jedoch auch darauf hin, dass Smartphone-Software automatisch doppelte Leerzeichen einfügen kann. Dadurch ist diese Gewohnheit ein unzuverlässiges Merkmal zur Bestimmung der Urheberschaft, und ihre Aussagekraft lässt sich nur eingeschränkt interpretieren.

Auch die Schreibweisen unterschieden sich im Vergleich erheblich. Satoshis Schreibweise war uneinheitlich: Britische Formen machten 32,7 % der Fälle aus, während die Analyse britische Schreibweisen nur in 0,65 % von Musks Texten fand. Außerdem zeigte sich, dass Musk bereits in seinen frühesten untersuchbaren Texten aus dem Jahr 2006 amerikanische Schreibweisen verwendete. Dieses Ergebnis stützt nicht die Erklärung, dass seine frühen Texte einen britischen Stil aufwiesen, der später verschwand, auch wenn die frühe Stichprobe der Studie klein ist.

Ein dritter Test verglich Muster bei Funktionswörtern und konzentrierte sich dabei auf häufige Wörter statt auf markanten Fachwortschatz. Unter 66 Autoren belegte Musk beim Ähnlichkeitsvergleich mit Satoshi Platz 30. Das Projekt beschrieb ihn damit als nicht ähnlicher als einen typischen Kontrollautor. Das Repository zählte außerdem, dass Satoshi 17-mal „e-mail“ und dreimal „email“ verwendete; Musk schrieb in den untersuchten Texten 65-mal „email“ und verwendete nie die Variante mit Bindestrich. Zusammengenommen zeigen diese Messungen Unterschiede, sind aber kein Identitätsnachweis.

Vergleiche bieten Kontext, keine Identifizierung

Der Autor des Repositorys berichtet, dass die Methode Satoshi-Textproben in 27 von 30 Tests korrekt zuordnete. Dieses Ergebnis verleiht dem Vergleich im Rahmen des Projekts ein gewisses Gewicht, sollte jedoch nicht als definitive forensische Validierung missverstanden werden. Die angegebene Genauigkeit bezieht sich auf diese Stichprobentests; die Quelle stellt sie nicht als Garantie dar, dass die Methode unter allen Bedingungen einen unbekannten Autor identifizieren kann. Diese Unterscheidung ist wichtig, um einzuschätzen, welche Schlussfolgerungen sich aus dem Vergleich mit Musk ziehen lassen.

Andere in der Analyse berücksichtigte Personen bieten einen begrenzten Vergleich. Der Cypherpunk Hal Finney erzielte einen Wert, der näher an Satoshis Schreibstil lag als Musks, während Nick Szabo weiter davon entfernt lag. Auch der Bitcoin-Befürworter Brad Mills wurde anhand von X-Beiträgen getestet und belegte unter den 66 Autoren Platz 52. Diese relativen Positionen zeigen, wie die getesteten Autoren innerhalb dieses Datensatzes im Vergleich abschnitten; sie belegen weder, dass Finney, Szabo oder Mills Satoshi war, noch klären sie eine der konkurrierenden Identitätstheorien.

Die Quelle nennt einen Unterschied in der Textsorte als zentrale Einschränkung: Satoshis verfügbare Texte bestanden aus E-Mails und Forenbeiträgen, während Musk hauptsächlich Tweets verfasst. Unterschiede zwischen diesen Formaten können sich auf Zeichensetzung, Rechtschreibung und Wortwahl auswirken. Daher spiegelt nicht jeder gemessene Unterschied zwangsläufig stabile Schreibgewohnheiten eines Autors wider. Verglichen werden also sowohl unterschiedliche Textarten als auch unterschiedliche Autoren. Die Ranglisten sind deshalb als Belege für die untersuchten Textproben nützlich, aber als direkter Test der Urheberschaft weniger aussagekräftig.

Warum das Ergebnis nicht eindeutig ist

Auch die Stichprobengröße ist eine Einschränkung. Die Analyse fand vor 2013 nur acht Beispiele für Musks Schreibweise – eine schmale Grundlage, um zu beurteilen, ob sich seine früheren Texte von seinen späteren Beiträgen unterschieden. Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass die Formatierung auf Smartphones den Test mit doppelten Leerzeichen beeinträchtigen kann, da Geräte nach einem Satz zwei Leerzeichen automatisch umwandeln können. Diese Einschränkungen machen die berichteten Unterschiede nicht hinfällig, begrenzen jedoch die Aussagekraft jedes einzelnen Indizes und lassen weitreichende Behauptungen über einen beständigen Schreibstil-Fingerabdruck unsicher erscheinen.

Das README des Repositorys bezeichnet die Arbeit als Projekt im Hobbymaßstab und nicht als forensische Linguistik. Diese Beschreibung steckt einen wichtigen Rahmen für die Schlussfolgerungen ab: Die Analyse kann prüfen, ob ausgewählte Schreibgewohnheiten übereinstimmen, aber nicht beweisen oder widerlegen, wer Satoshi Nakamoto ist. Die berichteten Vergleiche lassen die Musk-Theorie hinsichtlich der untersuchten Schreibmerkmale weniger überzeugend erscheinen, schließen aber nicht aus, dass die Auswahl der Textproben, die Textgattung und die Formatierung die Ergebnisse beeinflussen.

Die praktische Erkenntnis für Leserinnen und Leser: Ein KI-gestützter Schreibstil-Vergleich ergänzt eine alte Theorie um eine strukturierte Überprüfung, löst aber nicht das Rätsel um die Urheberschaft von Bitcoin. Musks Ergebnisse zu Abständen, Rechtschreibung und Funktionswörtern lagen in dieser Studie nicht nahe an denen von Satoshi; auch andere Schreibende erzielten unterschiedliche Werte. Wegen der begrenzten frühen Textproben, der unterschiedlichen Schreibformate und des nicht-forensischen Untersuchungsrahmens bleibt die Aussagekraft der Belege jedoch eingeschränkt. Die Schlussfolgerung der Quelle ist angemessen eng gefasst: Satoshis Identität ist weiterhin unbekannt.

Quelle: BeInCrypto