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Polygon erwägt Hard Fork, um 70,49 Millionen POL an Recovery-Wallets zurückzuführen

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Polygon erwägt Hard Fork, um 70,49 Millionen POL an Recovery-Wallets zurückzuführen

Wichtige Punkte

  • Der Vorschlag sieht vor, rund 70,49 Millionen POL von fünf von Angreifern kontrollierten Adressen auf Recovery-Wallets zu übertragen, die von Polymarket und Binance festgelegt wurden.
  • Bestehende Bor-Transaktionssperrlisten haben verhindert, dass die identifizierten Gelder bewegt werden, bieten jedoch keine Möglichkeit, sie zurückzuführen.
  • Die Änderung benötigt weiterhin die Zustimmung der Governance, muss auf Amoy getestet werden und ausreichend Unterstützung durch Validatoren erhalten.

Ein vorgeschlagener Wiederherstellungsweg durch ein Netzwerk-Upgrade

Polygon erwägt einen Hard Fork, um rund 70,49 Millionen POL zu verschieben, die mit separaten Sicherheitsvorfällen im Zusammenhang mit Polymarket und Binance stehen. Der Vorschlag würde die Guthaben von fünf von Angreifern kontrollierten Adressen ändern und entsprechende Beträge den von den beiden Plattformen festgelegten Recovery-Wallets gutschreiben. Die Wiederherstellung ist noch weder genehmigt noch abgeschlossen: Die Änderung würde ein koordiniertes Netzwerk-Upgrade und die Unterstützung der Polygon-PoS-Validatoren erfordern.

Die Vorfälle ereigneten sich am 29. und 30. Oktober. Der mit dem Polymarket-Vorfall verbundene Betrag beläuft sich auf rund 23,86 Millionen POL, weitere 46,63 Millionen POL stehen mit Binance in Verbindung. Polygons Vorschlag behandelt die Vermögenswerte als separate, den jeweiligen Plattformen zugeordnete Wiederherstellungen und weist vier der fünf aufgeführten Adressen Polymarket und eine Binance zu. Die vorgeschlagenen Übertragungen würden bei einer festgelegten Blockhöhe erfolgen, nicht über gewöhnliche Transaktionen, die von den Inhabern der Adressen veranlasst werden.

Wird das Upgrade genehmigt und umgesetzt, würde es die Guthaben der fünf Adressen auf null setzen und die entsprechenden POL den verifizierten Wiederherstellungsadressen gutschreiben. Dadurch würden die Token bewegt, obwohl sie sich derzeit auf Adressen befinden, die aufgrund der bestehenden Blocklistenregelung keine Transfers ausführen können. Polygon zufolge sind die Guthaben derzeit blockiert. Die erwogene Maßnahme soll jedoch einen Weg zu ihrer Rückführung schaffen und nicht einfach die Beschränkung aufrechterhalten.

Warum die bestehenden Adresssperren nicht ausreichen

Nachdem die betroffenen Plattformen Maßnahmen gefordert hatten, nahmen alle von den Validatoren gewählten Blockproduzenten die identifizierten Adressen in ihre Bor-Transaktionsblocklisten auf. Dadurch wurde verhindert, dass die aufgeführten Guthaben bewegt werden konnten. Polygon bezeichnet diese Maßnahme jedoch als Übergangslösung. Anders gesagt: Der aktuelle Eingriff schränkt Transfers ein, ohne die Guthabenverhältnisse zu ändern oder die Vermögenswerte an die Wiederherstellungs-Wallets weiterzuleiten. Der vorgeschlagene Fork würde diese separate und deutlich weitreichendere Änderung bewirken.

Polygon zufolge werden die Blocklisten beim Start eines Blockproduzenten eingelesen. Ihre Aktualisierung erfordert daher ein Deployment und einen Neustart von Bor oder einen Span-Wechsel. Diese betriebliche Anforderung erschwert es, den Mechanismus als dauerhafte Lösung aufrechtzuerhalten. Der Vorschlag beschreibt den bestehenden Filter deshalb als begrenzt und nicht als dauerhaftes Wiederherstellungssystem. Ein Hard Fork hingegen würde die Änderungen der Guthaben bei einer festgelegten Blockhöhe verankern, sofern das erforderliche Verfahren erfolgreich abgeschlossen wird.

Das Netzwerk verwies zudem auf Grenzen des Filtermechanismus: Er deckt nicht alle möglichen Transaktionswege ab und lässt dadurch potenziellen Umgehungsversuchen Spielraum. Polygon verwies auf eine versuchte Transaktion mit einer Gebühr von rund 219.450 POL sowie auf eine angebliche Kontaktaufnahme mit Validatoren, denen im Gegenzug für Hilfe bei der Freigabe einer Transaktion Bargeld angeboten wurde. Diese Details erklären die Bedenken, sich allein auf Adresssperren zu verlassen. Aus der Quelle geht jedoch nicht hervor, dass einer der beiden Vorfälle erfolgreich war.

Umfang, Schutzmaßnahmen und ausgeschlossene Vermögenswerte

Die Recovery-Wallets sind eine wichtige Voraussetzung des Plans und kein vom Netzwerk automatisch ausgewähltes Ziel. Polymarket und Binance müssten jeweils nachweisen, dass sie die Kontrolle über ihre jeweilige Recovery-Adresse haben, und schriftlich bestätigen, dass sie zum Empfang der Gelder berechtigt sind. Mit diesen Prüfungen soll sichergestellt werden, dass es sich bei den vorgeschlagenen Empfängern um die von den Plattformen dafür vorgesehenen Wallets handelt, bevor die Guthaben geändert werden. Aus der Quelle geht nicht hervor, dass diese Nachweise bereits erbracht wurden.

Der Vorschlag beschränkt sich auf native POL, die an den fünf aufgeführten Adressen gehalten werden. Andere Token sind davon nicht betroffen, selbst wenn sie mit denselben Vorfällen in Verbindung stehen. Insbesondere wurden die gestohlenen USDT von Binance bereits von Tether eingefroren, und Polygon zufolge würde der geplante Fork diese nicht antasten. Diese Unterscheidung ist wichtig: Bei der angegebenen Rückführung von 70,49 Millionen POL geht es nicht darum, sämtliche mit den Vorfällen verbundenen Vermögenswerte zurückzuholen.

Polygon bezeichnet den Eingriff als extreme Maßnahme und betont, dass er nicht zur gängigen Praxis werden oder einen allgemeinen Mechanismus zum Einfrieren und Zurückholen von Nutzervermögen schaffen sollte. Dieser Vorbehalt steckt den Rahmen des Vorschlags ab: Er wird als Reaktion auf diese konkreten Guthaben und Anfragen der Plattformen dargestellt, nicht als routinemäßige Befugnis, Kontostände umzuschreiben. Zugleich würden die Guthaben durch ein koordiniertes Netzwerk-Upgrade direkt geändert.

Governance und Umsetzung stehen noch aus

Vor einer Änderung am Mainnet muss der Vorschlag das Governance-Verfahren von Polygon durchlaufen, auf Amoy entwickelt und getestet werden und die erforderliche Unterstützung der Validatoren erhalten. Das bedeutet, dass der Rückführungsplan weiterhin unter Vorbehalt steht und Governance, technische Vorbereitung sowie die Zustimmung der Validatoren noch ausstehen. Die Quelle nennt weder eine abgeschlossene Abstimmung noch Testergebnisse, ein Datum für die Genehmigung oder einen Termin für die Umsetzung im Mainnet. Daher lässt sich nicht sagen, wann oder ob die Übertragung stattfinden wird.

Für die betroffenen Plattformen bietet der Vorschlag einen möglichen Weg, gesperrte POL in dafür vorgesehene Rückführungs-Wallets zu übertragen – allerdings nur, wenn die genannten Prüfungen und Netzwerkfreigaben erfolgen. Für Validatoren und Blockproduzenten bedeutet er, darüber zu entscheiden, ob sie ein koordiniertes Upgrade unterstützen, das bestimmte Guthaben verändert, nachdem sich eine bestehende Sperrliste als unzureichender Rückführungsmechanismus erwiesen hat. Es wird kein Ergebnis gemeldet, und allein der Vorschlag bedeutet nicht, dass die Plattformen die Vermögenswerte erhalten haben.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, Bewegungen zu verhindern oder Gelder zurückzuholen. Polygon zufolge haben die Bor-Blocklisten die fünf Adressen eingeschränkt, übertragen die Token jedoch nicht zurück. Der Hard Fork soll diesen nächsten Schritt für rund 70,49 Millionen native POL ermöglichen. Die Grenzen des Plans sind klar: Er umfasst nur die Guthaben der fünf aufgeführten Adressen, USDT ist ausgeschlossen, und Governance, Tests auf Amoy sowie die Unterstützung der Validatoren sind weiterhin Voraussetzungen. Von diesen noch offenen Schritten hängt ab, ob die geplante Rückholung das Mainnet erreicht.

Quelle: CryptoPotato

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