
Wichtige Punkte
- Am 3. November wählen die US-Bürger alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 35 Senatoren. Umfrageteilnehmer verbanden eine republikanische Mehrheit mit höheren Erwartungen an den Bitcoin-Kurs.
- Es wird erwartet, dass die RBA, die Riksbank und die Bank of England die Zinsen anheben. Ihre Entscheidungen und ihre weitere Kommunikation bleiben jedoch ungewiss.
- Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag dürfte 55.000 neue Stellen ausweisen; die Inflationsdaten für Oktober werden am 10. November veröffentlicht.
Die US-Wahl stellt die politischen Erwartungen auf die Probe
Bitcoin und der breitere Kryptomarkt starten in die erste Novemberwoche und erholen sich noch immer von einem starken Rückschlag. Laut den vorliegenden Angaben drückte ein Rekord-Hack bei Binance im Umfang von 6,3 Milliarden Dollar den Bitcoin-Kurs am Freitag auf ein Sechswochentief. Vor diesem Hintergrund stehen Anleger kurz hintereinander mehrere neue Ereignisse bevor: die US-Kongresswahlen, drei Zentralbankentscheidungen und der Arbeitsmarktbericht am Freitag. Jedes davon könnte die Erwartungen auf die Probe stellen, doch keines garantiert eine bestimmte Marktbewegung.
Am Dienstag, dem 3. November, stimmen die Amerikaner über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 Senatssitze ab. Eine Bloomberg-Umfrage unter 301 Anlegern ergab deutliche Unterschiede bei den Erwartungen an den Bitcoin-Kurs – je nachdem, welche Partei den Kongress kontrolliert: 29 % erwarteten, dass der Kurs bis zum Jahresende über 100.000 Dollar steigen würde, falls die Republikaner die Kontrolle übernehmen, verglichen mit 8 % bei einer demokratischen Mehrheit. Diese Zahlen geben die Einschätzungen der Befragten wieder und sind keine Prognose, die sich aus der Wahl selbst ergibt.
Die Umfrage weist wichtige Einschränkungen auf: Die Teilnahme war freiwillig, und Bloomberg hat die Ergebnisse nicht gewichtet. Die Zahlen zeigen daher eine Momentaufnahme der Erwartungen der teilnehmenden Anleger und sind keine definitive Messung der Marktstimmung. Laut der Quelle erwarteten außerdem 71 % der Befragten, dass Bitcoin 2026 unter demokratischer Kontrolle niedriger schließen würde. Die Wahl könnte zeigen, ob das politische Ergebnis diesen Annahmen entspricht. Die Umfrage kann jedoch weder belegen, wie Bitcoin reagieren wird, noch wodurch eine Veränderung ausgelöst werden könnte.
Drei ausländische Zinsentscheidungen könnten den Straffungskurs verlängern
Die Entwicklung bei früheren Zwischenwahlen bietet einen Anhaltspunkt, aber keine reibungslose oder verlässliche Blaupause. Die in der Quelle angeführten Zahlen von DWF Labs zeigen, dass Bitcoin in den zwölf Monaten nach den Zwischenwahlen 2014, 2018 und 2022 um 25 %, 45 % beziehungsweise 92 % gestiegen ist. Wer nur auf die letztlich erzielten Gewinne nach einem Jahr blickt, übersieht die Rückschläge auf dem Weg dorthin: Drei Monate nach den Abstimmungen von 2014 und 2018 lag Bitcoin 31 % beziehungsweise 46 % im Minus. Die historische Entwicklung umfasst sowohl Gewinne als auch zwischenzeitliche Verluste.
Als Nächstes steht am Dienstag der Zinsentscheid der Reserve Bank of Australia an. Ökonomen erwarten, dass die RBA ihren Leitzins von 4,60 % auf 4,85 % anhebt. Das ist eine Prognose, keine bereits angekündigte Entscheidung. Die Quelle legt auch nicht dar, wie die Märkte reagieren würden, falls die Bank anders entscheidet. Für Krypto-Anleger ist relevant, dass eine weitere Anhebung zu einer Woche beitragen würde, in der mehrere große Zentralbanken ihre Geldpolitik voraussichtlich straffen werden.
Die schwedische Riksbank will ihre Entscheidung am Mittwoch bekannt geben. Goldman Sachs und ING erwarten beide eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt auf 2,00 %. Diese übereinstimmende Erwartung steht noch nicht fest, und ein Zinsentscheid ist nur ein Teil der Informationen, die Anleger berücksichtigen könnten. Die Entscheidung fällt zwischen der Sitzung der RBA und der Bank of England. Damit wird die Abfolge der geldpolitischen Signale zu einem Merkmal dieser Woche.
US-Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten werden die Erwartungen an die Fed auf die Probe stellen
Die Bank of England soll am Donnerstag über den Leitzins entscheiden. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten einen Anstieg von 3,75 % auf 4,0 %. Das wäre die erste Erhöhung seit August 2023. Die Inflation im Vereinigten Königreich erreichte im Jahr bis September 3,5 % und lag damit über der Prognose der BoE von 3,0 %, da die Energiekosten stiegen. Dieser Inflationswert erklärt, warum eine Zinserhöhung erwartet wird, beweist aber nicht, dass die Bank der Prognose folgen wird.
Die Hinweise der Bank of England könnten ebenso wichtig sein wie die unmittelbare Zinsentscheidung. Die Märkte rechnen mit drei bis vier weiteren Zinserhöhungen im Jahr 2027, doch die Bank könnte sich dagegen sträuben, diesen Kurs zu bestätigen. Alexander Harvey, Ökonom für Großbritannien bei Oxford Economics, sagte, der Ausschuss könnte sich nicht klar dazu äußern, wie viele Erhöhungen er plant. Das Sitzungsprotokoll oder Gouverneur Andrew Bailey könnten jedoch signalisieren, dass der Zinssatz voraussichtlich nicht das von den Märkten eingepreiste Niveau erreichen wird. Wie deutlich ein solches Signal ausfallen könnte, ist noch unklar.
Diesen erwarteten Schritten gingen eine Straffung der Geldpolitik in Kanada und eine kontrovers geführte Diskussion bei der Federal Reserve voraus. Am 28. Oktober erhöhte die Bank of Canada die Zinsen und verwies dabei auf die hohen Ölpreise. Die Fed beließ die Zinsen an diesem Tag unverändert, obwohl zwei Mitglieder für eine Erhöhung stimmten. Die Quelle benennt die möglichen Auswirkungen höherer Zinsen auf die Portfolioallokation: Bargeld und Anleihen können dadurch attraktiver werden und möglicherweise Kapital von Anlagen ohne laufende Erträge wie Bitcoin abziehen. Das könnte Druck ausüben, ist aber kein garantiertes Marktergebnis.
Die Marktreaktionen bleiben an allen drei Fronten ungewiss
US-Konjunkturdaten werden die Zinserwartungen erneut auf die Probe stellen. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve am 9. Dezember bei 73,8 Prozent; die Berichte dieser Woche sind der erste Test für diese Einschätzung. Das Institute for Supply Management wird zwei Unternehmensumfragen veröffentlichen. Für den Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes am Montag wird ein Wert von 54,7 erwartet, knapp über den 54,5 Punkten im September. Dabei handelt es sich um Erwartungen vor der Veröffentlichung; die tatsächlichen Werte können davon abweichen.
Der Beschäftigungsbericht am Freitag ist laut dem vorliegenden Bericht die mit größter Spannung erwartete US-Konjunkturveröffentlichung der Woche. Von Dow Jones befragte Ökonomen rechnen mit 55.000 neuen Stellen. Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics kamen im September 29.000 Stellen hinzu – deutlich weniger als die Schätzung von 90.000. Die Abweichung zwischen der vorherigen Schätzung und dem gemeldeten Ergebnis zeigt, warum die bevorstehende Zahl für die Erwartungen wichtig ist. Bis zur Veröffentlichung am Freitag bleibt die Prognose vorläufig; für Oktober nennt die Quelle kein Ergebnis.
Bitcoin hat in der Vergangenheit schnell auf überraschende Beschäftigungszahlen reagiert: Als die Beschäftigungszahlen im August die Prognosen fast verdreifachten, fiel der Kurs innerhalb weniger Minuten um 1,8 % gegenüber dem Niveau vor der Veröffentlichung. Dieses Beispiel zeigt, dass eine schnelle Reaktion möglich ist, nicht aber, dass jede Überraschung dieselbe Kursbewegung auslöst. Die Inflationsdaten für Oktober werden am 10. November veröffentlicht und liefern der Fed vor Dezember einen weiteren Anhaltspunkt. Vorerst stehen noch Wahlergebnisse, politische Entscheidungen und Wirtschaftsdaten aus – die Marktauswirkungen dieser Woche sind daher noch ungewiss.
Quelle: BeInCrypto





